25 Jahre IVA: Wertschätzender Umgang für Menschen mit Demenz

Das Institut für Integrative Validation blickt in diesem Jahr auf eine 25jährige Unternehmensentwicklung zurück, die zweifellos auch eine Erfolgsgeschichte ist.

Als Nicole Richard im Jahr 1989 Naomi Feil, die Begründerin der Validations-Methode, kennenlernte, ließ sie das Thema nicht mehr los.

Die ersten Ansätze der Integrativen Validation nach Richard® (IVA) entstanden in den 1990er Jahren, in einer bundesweiten Arbeitsgemeinschaft von PraktikerInnen sowie Lehr- und Leitungskräften der Altenpflege, an der Nicole Richard beteiligt war. Diese Ansätze wurden von ihr kontinuierlich weiterentwickelt und konkretisiert. Nicole Richard legte dabei großen Wert darauf, dass die Idee praxisnah angewandt werden konnte. Dabei wurden von ihr Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag immer wieder  aufgegriffen und eingebunden. Sie verzichtete auf Fragetechniken und Interpretationen und distanzierte sich von Feils Aussagen, dass Demenz aufgrund von unerledigten Lebensaufgaben entstehe. Nicole Richard betrachtete den neuropathologischen Krankheitsprozess als grundlegend für die Demenz. Sie richtete ihren Blick jedoch nicht auf die Verluste, die mit der Krankheit verbunden sind, sondern stellte die Person in den Mittelpunkt. Nicole Richard ging davon aus, dass Gefühle, Antriebe und individuelle Lebensthemen im Sinne von inneren Kräften (Ressourcen), die den „Kern“ einer Person ausmachen, weiterhin erhalten bleiben.

Die Hauptaufgabe der IVA-Kurse besteht darin, Wertschätzung (Validation) zu erfahren und zu verinnerlichen. Darauf stützend wird bei den Menschen mit Demenz eine bestimmte Methodik angewandt. Die sich daraus entwickelte Haltung kann auch in der Kommunikation im privaten Bereich angewandt werden.

Das ist die Basis der „Integrativen Validation nach Richard®“.

1993 gründete Nicole Richard das Institut für Integrative Validation – eine gute und weise Entscheidung.

Die Nachfrage nach Kursen zur IVA wuchs und 1996 begann Nicole Richard autorisierte TrainerInnen für Integrative Validation auszubilden.

Diese praktikable Methode IVA, die im Pflege- und familiären Alltag eingesetzt wird, entwickelte und konkretisierte Nicole Richard im Austausch mit IVA-TrainerInnen kontinuierlich weiter bis zu ihrem plötzlichen Tod in 2014.

Stützend auf die Erfahrungen der autorisierten TrainerInnen – kritisch und konstruktiv begleitend – setzte das Institut die Arbeit von Nicole Richard und die Weiterentwicklung der Methode fort.

Innerhalb eines Viertel-Jahrhunderts konnte sich die IVA weit in der Praxis verbreiten. Ressourcenorientiert und wertschätzend, stellt diese Methode der Begegnung und Kommunikation, die Individualität und Würde des Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt. Dass die IVA hohe Anerkennung genießt, beruht aber auch auf dem hohen Engagement und der Fachkompetenz der IVA-TrainerInnen und der Pflegenden. Sie implementieren und leben die Methode in ihren Einrichtungen.

 

Verbesserung der Lebensqualität

Dem Unternehmen mit ihren autorisierten TrainerInnen ist es gelungen, die Lebensqualität unzähliger an Demenz erkrankter Menschen, deren Pflegebegleiter und Angehörigen zu verbessern. In mehr als 6000 Kursen besuchten über 60.000 professionell und ehrenamtliche Pflegende sowie Angehörige Grund- und Aufbaukurse, Themen-, Praxis- und Reflexionstage, Impulsreferate sowie Workshops und Tagungen zur Integrativen Validation nach Richard®. Das Vertrauen in die Methode und die hochqualifizierte Arbeit der intensiv ausgebildeten autorisierten TrainerInnen, spiegelt auch die starke Kundenbindung über den langen Zeitraum wider. Derzeit unterrichten 18 autorisierte TrainerInnen und 14 autorisierte ImpulstrainerInnen in Deutschland, Schweiz, Luxemburg, Belgien, Österreich und Kroatien aus dem umfassenden Kursportfolio des Instituts für IVA. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, bildet das Institut weiterhin autorisierte TrainerInnen intensiv über 12-18 Monate aus. Seit 2016 erscheint auch das Buch zur Methode Integrative Validation nach Richard® – Menschen mit Demenz wertschätzend begleiten – in der 2. Auflage.

 

Ab 2019 flexibles Kurssystem

Immer mehr Menschen erkranken an einer Demenz – der Pflegebedarf wächst, die Probleme sind vielfältig. Das erfordert nicht nur zunehmend hohe soziale Anforderungen an professionelle und ehrenamtlich Pflegende, sondern verlangt auch den Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen „zeitliche Kapazitäten“ zur Fort- und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen ab. Diese Entwicklung hat das Institut für IVA zum Anlass genommen, ein neues Kurssystem zu entwickeln und ab 2019 anzubieten, das eine zeitlich flexiblere Teilnahme der Kurse ermöglicht.

 

Weiterführende Informationen zur Integrativen Validation nach Richard®:

  • integrative-validation.de
  • Institut für Integrative Validation (2016). Integrative Validation nach Richard. Menschen mit Demenz wertschätzend begegnen. 2. Auflage. Bollendorf: Eigenverlag Institut für Integrative Validation GbR.

 

 

Artikel + Foto: Institut für Integrative Validation

IVA-Team (Foto)

 

 

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