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Liebe Interessierte an der Integrativen Validation nach Richard®,

immer mehr Menschen erkranken an einer Demenz. Fast jeder kennt in seiner Familie im Bekannten- oder Freundeskreis jemanden, der damit konfrontiert ist. In unserer Gesellschaft, in der ein aktives Altern einen hohen Stellenwert genießt, passt es nicht, wenn der Mensch seine Fähigkeiten verliert. Auf klinischer Ebene werden die Verluste beschrieben durch Störungen des Gedächtnisses, des Denkens, der Orientierung, der Sprache oder des Urteilsvermögens. Hinzu kommen u. a. Veränderungen der emotionalen Kontrolle und letztlich der Verlust der Alltags- und sozialen Fertigkeiten. Damit der Mensch nicht „hinter der Krankheit“ verschwindet, müssen wir eine andere Perspektive einnehmen.

Wir müssen die Demenz als eine von vielen Formen des Alterns ansehen. Dadurch kann es uns möglich werden dem Menschen mit Demenz wertschätzend zu begegnen. Wenn es uns gelingt, Verständnis für die lebendige „Innenwelt“ des Menschen mit Demenz zu entwickeln, sein Verhalten zu verstehen und seine Gefühle nachzuempfinden, kann es zu einer würdevollen und beziehungsreichen Begegnung kommen.

 

  • Wie kann uns dies gelingen?
  • Wie können wir Kontakt zu dem Menschen mit Demenz in seiner Wirklichkeit, die von unserer Realität so stark abweicht, herstellen und eine Beziehung aufbauen?
  • Wie können wir von seiner inneren Erlebenswelt ausgehend mit ihm kommunizieren und eine Brücke zu ihm bauen?
  • Wie können wir Ihn wirklich erreichen, ihm das Gefühl von Zugehörigkeit und emotionaler Sicherheit geben?

 

Es kann uns gelingen, wenn wir uns auf seine Welt einlassen und sie in ihrer Besonderheit annehmen. Wir müssen dafür hinhören und wahrnehmen, was der Mensch mit Demenz mit Gestik, Mimik, Blicken und Sprache uns mitzuteilen versucht.

Der Kompass und Wegweiser in der „fremden Landschaft“ des Menschen mit Demenz sind in der Integrativen Validation (IVA) nach Richard@ die Gefühle, Handlungsantriebe und Lebensthemen des Menschen mit Demenz, die ihn in seiner Einzigartigkeit ausmachen. Diese dem Menschen mit Demenz verbleibenden Ressourcen helfen uns ihn in seiner „inneren Erlebenswelt“ zu erreichen. Ressourcen sind der natürliche Reichtum, die Quellen, die dem Menschen innewohnen. Die Integrative Validation (IVA) nach Richard® bietet „Pfade“ für die Erkundung und Annäherung an die innere Welt und die Art und Weise, wie wir uns darin bewegen können. Um sich in der „Landschaft“ des Menschen mit Demenz zu bewegen, wurden von Nicole Richard, der Gründerin der Integrativen Validation, bestimmte Formen der Kommunikation und des Kontakts entwickelt, durch die eine wertschätzende, die Persönlichkeit des Menschen anerkennende Beziehung hergestellt wird. Der Mensch mit Demenz soll sich in seiner Wirklichkeit und seinem Selbsterleben verstanden, angenommen und in seiner Identität wahrgenommen und gestärkt fühlen. Dabei ist die Integrative Validation (IVA) nach Richard® sehr gut geeignet, um andere, benachbarte Disziplinen einzubeziehen, die ebenfalls sinnlich, situativ und prozessbezogen orientiert sind. Zudem lässt sich die besondere Form der Kommunikation gut in den Betreuungs- und Pflegealltag integrieren.

Die Methode der Integrativen Validation(IVA) nach Richard®

Da der Mensch mit Demenz uns nicht auf der Ebene unserer Wirklichkeit begegnen kann, müssen wir die Brücke schlagen zu seiner Wirklichkeit.

Diese „Brücke“ stützt sich auf drei Säulen:

  • die wertschätzende und empathische Grundhaltung;
  • die Beziehung und sichere Bindung, in der der Mensch mit Demenz in seiner Identität bestätigt und gestärkt wird;
  • die besondere Form der Kommunikation als zentrales Element. Je nach Situation unterscheidet die Integrative Validation (IVA) nach Richard® dabei zwischen zwei Prinzipien: dem Prinzip Agieren, das in jeder alltäglichen Begegnung möglich ist, und dem Prinzip Reagieren als Form der Kommunikation in emotional zugespitzten Situationen.

Die IVA und der Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz

Die IVA-Trainerinnen und Trainer begrüßen die Implementierung des neuen Expertenstandards Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz. In diesem Standard sind in besonderer Weise Inhalte und Ziele der Integrativen Validation verankert. Wir können von über 20 Jahren beziehungsgestaltender Erfahrungen in der praktischen Anwendung der Kommunikationsmethode berichten. Im Expertenstandard wird beschrieben, dass durch person–zentrierte Interaktions– und Kommunikationsangebote die Beziehung zwischen Menschen mit Demenz und Pflegenden sowie anderen Menschen in Ihrem sozialen Umfeld erhalten und gefördert werden. Wesentlich für das Beziehungsgeschehen ist eine Vertrauensbasis auf der Grundlage emotional positiver Momente, die Menschen mit Demenz täglich im Kontakt mit anderen Menschen erleben. Personsein zeigt sich in der Art, mit der Menschen miteinander im Kontakt sind. Es geht dabei um die Anerkennung, Respekt und die  Einzigartigkeit und Individualität der Person. Diese beschriebenen Ansätze finden in der Methode der IVA Ausdruck. In der Planung von Maßnahmen zur Beziehungsgestaltung können Pflegende neben vielen anderen beziehungsfördernden Angeboten mit der Anwendung der IVA auf ein bewährtes Instrument zurückgreifen.

Text: Ulrike Weigel, Autorisierte Trainerin für Integrative Validation nach Richard®